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Amazon, eBay und andere Online-Marktplätze verschärfen die GPSR-Compliance-Anforderungen für Verkäufer

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Amazon, eBay und andere Online-Marktplätze verschärfen die GPSR-Compliance-Anforderungen für Verkäufer

Was ist die GPSR (Produktsicherheitsverordnung) überhaupt ? Die GPSR (Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit) ersetzt die alte Produktsicherheitsrichtlinie aus dem Jahr 2001. …

Was ist die GPSR (Produktsicherheitsverordnung) überhaupt ?

Die GPSR (Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit) ersetzt die alte Produktsicherheitsrichtlinie aus dem Jahr 2001. Da der Online-Handel und Direktimporte aus Nicht-EU-Ländern (wie China oder den USA) in den letzten zwei Jahrzehnten rasant zugenommen haben, musste die EU-Gesetzgebung modernisiert werden.

Das Kernziel der GPSR ist einfach: Jedes Produkt, das europäischen Verbrauchern angeboten wird, muss sicher sein – unabhängig davon, woher es stammt.

Die Verordnung gilt für die allermeisten Non-Food-Konsumgüter. Dazu gehören unter anderem Spielzeug, Möbel, Elektronik, Batterien, Haushaltswaren und Bekleidung.

Warum Amazon, eBay und Etsy jetzt rigoros Listings sperren

Viele Händler fragen sich, warum ausgerechnet die Marktplätze plötzlich den Druck so stark erhöhen. Die Antwort liegt in Artikel 22 der GPSR.

Die neue Verordnung nimmt die Online-Marktplätze selbst in die Pflicht. Plattformen wie Amazon oder eBay sind nun gesetzlich dazu verpflichtet:

Wenn Amazon ein nicht-konformes Produkt auf seiner Plattform duldet, macht sich der Konzern potenziell selbst haftbar. Um dieses Risiko zu minimieren, haben die Plattformen automatisierte Prüfmechanismen eingeführt. Fehlen die erforderlichen GPSR-Daten in den Listing-Informationen, wird das Produkt ohne lange Vorwarnung deaktiviert.

Die spezifischen Maßnahmen der Plattformen

Marktplatz Aktuelle GPSR-Maßnahmen & Auswirkungen
Amazon (FBA & FBM) Zwingende Angabe einer EU-Verantwortlichen Person im Seller Central. Upload von Warnhinweisen und Sicherheitsdatenblättern. Tausende Listings wurden bereits wegen unvollständiger Daten ausgeblendet.
eBay Neue Pflichtfelder beim Einstellen von Artikeln. Verkäufer müssen Herstellerdaten, die EU-Kontaktperson sowie Produktsicherheitsinformationen direkt im Angebot hinterlegen.
Etsy Handgemachte Produkte und Vintage-Artikel (sofern sie als Gebrauchsgegenstände gelten) fallen ebenfalls unter die GPSR. Etsy zwingt Verkäufer zur Aktualisierung der Shop-Policies und Produktbeschreibungen.

Die 5 wichtigsten GPSR-Anforderungen für Online-Händler

Wenn Sie Ihre Produkte weiterhin erfolgreich in der EU und Nordirland verkaufen möchten, müssen Sie die folgenden fünf Säulen der GPSR-Compliance strikt einhalten.

1. Die EU-Verantwortliche Person (Responsible Person)

Der wohl wichtigste und drängendste Punkt für Händler außerhalb der EU (z. B. aus den USA, UK oder Asien) ist die Benennung einer EU-Verantwortlichen Person.

Sie dürfen keine Produkte mehr direkt an EU-Verbraucher verkaufen, wenn niemand innerhalb der Europäischen Union rechtlich für die Produktsicherheit einsteht. Die Kontaktangaben (Name, Postanschrift, E-Mail-Adresse) dieser Person oder dieses Unternehmens müssen zwingend auf dem Produkt, der Verpackung oder einem Begleitdokument angebracht werden – und sie müssen im Online-Listing sichtbar sein.

2. Technische Dokumentation und Risikobewertung

Die GPSR verlangt von Herstellern (oder Händlern, die Produkte unter eigenem Namen importieren), dass sie eine interne technische Dokumentation erstellen. Diese sogenannte "Technical File" muss enthalten:

Diese Dokumentation muss bis zu 10 Jahre aufbewahrt werden und den Behörden auf Anfrage unverzüglich zur Verfügung gestellt werden.

3. Digitale Transparenz: Produktinformationen im Online-Listing

Es reicht nicht mehr aus, dass die Verpackung sicher ist. Der Kunde muss vor dem Kauf am Bildschirm alle sicherheitsrelevanten Informationen sehen können.

Marktplätze verlangen nun:

4. Physische Kennzeichnungspflicht (Labeling)

Jedes physische Produkt muss die Rückverfolgbarkeit gewährleisten. Dazu gehören:

5. Meldepflichten im Krisenfall (Safety Gate)

Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass ein Produkt gefährlich ist, verpflichtet die GPSR Händler und die EU-Verantwortliche Person dazu, dies unverzüglich (spätestens innerhalb von zwei Arbeitstagen) über das europäische Frühwarnsystem Safety Gate an die Behörden zu melden und entsprechende Maßnahmen (wie einen Rückruf) einzuleiten.

Welche Produkte sind von der GPSR ausgenommen ?

Die GPSR ist eine "Auffangverordnung". Sie greift für Produkte, die nicht bereits durch strengere, spezifische EU-Verordnungen reguliert sind. Folgende Kategorien sind explizit von der GPSR ausgenommen, da sie eigenen, noch strengeren Regeln unterliegen:

Achtung: Wenn Sie Spielzeug, Möbel, elektronische Geräte (WEEE), Werkzeuge oder Küchenutensilien verkaufen, fallen Sie zu 100 % unter die GPSR.

Die fatalen Folgen von Non-Compliance

Die Marktaufsichtsbehörden der EU und die E-Commerce-Plattformen verstehen bei der Produktsicherheit keinen Spaß mehr. Die Ignorierung der GPSR führt unweigerlich zu massiven Geschäftseinbußen:

Schritt-für-Schritt zur GPSR-Compliance: So sichern Sie Ihre Listings

Wie können Sie als Verkäufer nun reagieren, um Ihre Amazon- oder eBay-Listings zu retten oder eine Sperrung präventiv zu vermeiden ? Hier ist der Aktionsplan:

  1. Bestandsaufnahme durchführen: Prüfen Sie Ihr gesamtes Portfolio. Welche Produkte fallen unter die GPSR ?
  2. EU-Verantwortliche Person beauftragen: Wenn Ihr Unternehmenssitz außerhalb der EU liegt, müssen Sie umgehend einen Dienstleister beauftragen, der als Ihre Kontaktperson fungiert.
  3. Verpackungsdesign anpassen: Integrieren Sie die erforderlichen Daten (Hersteller, EU-Repräsentant, Chargennummer, CE-Kennzeichen falls zutreffend) auf Ihren Etiketten und Verpackungen.
  4. Technische Dokumentation aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Technical Files und Risikobewertungen auf dem neuesten Stand und jederzeit griffbereit sind.
  5. Produktdetailseiten optimieren: Laden Sie hochauflösende Bilder der Warnhinweise hoch und füllen Sie die neuen Compliance-Felder in Ihrem Seller Central oder eBay-Verkäufer-Dashboard aus.

Wie die Complico Consulting GmbH Händlern den Rücken freihält

Die Einhaltung der GPSR ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Ein einziger Fehler in der technischen Dokumentation oder ein fehlendes Label kann das Aus für ein Bestseller-Produkt auf Amazon bedeuten.

Genau hier setzen wir an. Die Complico Consulting GmbH mit Sitz im hessischen Ronneburg ist Ihr spezialisierter Partner für den sicheren europäischen Markteintritt und die dauerhafte E-Commerce-Compliance. Wir verstehen die technischen und juristischen Schmerzpunkte internationaler Hersteller und E-Commerce-Verkäufer.

Unsere Lösungen für Ihre GPSR-Sicherheit:

Die Regeln haben sich verschärft – aber mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite wird Compliance zum klaren Wettbewerbsvorteil.

Bereit, Ihre Listings abzusichern?
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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur GPSR

1. Gilt die GPSR auch für B2B-Verkäufe ?

Die GPSR zielt primär auf Verbraucherprodukte (B2C) ab. Wenn ein Produkt jedoch unter vernünftigen Bedingungen auch von Verbrauchern genutzt werden könnte (z. B. Werkzeuge oder Büromöbel), fällt es in der Regel ebenfalls unter die Verordnung.

2. Mein Produkt hat bereits ein CE-Zeichen. Reicht das nicht aus ?

Nein. Die CE-Kennzeichnung belegt, dass das Produkt spezifische europäische Richtlinien (z. B. für Elektronik oder Spielzeug) einhält. Die GPSR fordert zusätzlich die digitale Bereitstellung von Sicherheitsinformationen im Marktplatz-Listing und die lückenlose Rückverfolgbarkeit.

3. Muss die EU-Verantwortliche Person auf dem Produkt selbst stehen ?

Die Informationen müssen auf dem Produkt, der Verpackung oder, falls dies aufgrund der Größe oder Art des Produkts nicht möglich ist, in einem Begleitdokument (z. B. der Anleitung) angegeben werden. Für Amazon und eBay müssen die Daten zudem zwingend im digitalen Angebot hinterlegt sein.

4. Wer haftet, wenn ein Produkt fehlerhaft ist ?

Primär haftet der Hersteller. Ist dieser außerhalb der EU ansässig, rückt der Importeur in die Haftungspflicht. Die EU-Verantwortliche Person haftet nicht zwingend finanziell für den Produktschaden selbst, sie ist jedoch rechtlich dafür verantwortlich, dass die Konformitätsdokumentation vorliegt und bei Gefahr unverzüglich mit den Behörden kooperiert wird. Hält sie diese Pflichten nicht ein, drohen auch ihr rechtliche Konsequenzen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem allgemeinen FAQ-Bereich sowie im vollständigen EUR-Lex-Überblick zur GPSR.

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